Besuch im Sozialladen in Tarp
12.09.2009: Bürgerhilfe e. V. ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der Sozialläden in Niebüll und Leck, Husum und Flensburg, Schleswig und Tarp und der "Buffets des Nordens", der hilfebedürftigen Menschen eine Anlaufstelle bietet. Bei einem Gespräch mit dem Geschäftsführer des Vereins Peter Hansen und der Mitarbeiterin Ingrid Nissen bekam der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg einen Einblick in die Arbeit des Sozialladens in Tarp. Hier ein Bericht von Ute Schulz:
Der Abgeordnete im Gespräch mit den Mitarbeitern des Sozialladens Tarp
"Der Sozialladen ist häufig der Vermittler zwischen notbedürftigen Menschen und den staatlichen Sozialeinrichtungen", erklärt Peter Hansen. Die Schwelle, den Laden zu betreten, sei gering, da den Menschen durch das Konzept der Bürgerhilfe e. V. nicht die Würde genommen werde, ergänzt Ingrid Nissen.
Der Verkauf der Lebensmittel - das Buffet des Nordens -, die von regionalen Discountern, Landwirten, Bäckereien und Einzelhändlern täglich gespendet werden, läuft von morgens bis abends. So entstehen keine Schlangen vor den Läden. Bedürftige zahlen für eine Tüte, die den Tagesbedarf deckt, einen Euro und haben so nicht das Gefühl, Almosen zu empfangen.
Im Verlaufe des Gesprächs besuchten mehrere Menschen den Sozialladen, so dass Dr. Wodarg die persönliche und ungezwungene Begegnung zwischen den Mitarbeitern und den Besuchern erleben konnte, die er selbst für eine grundsätzliche Voraussetzung einer erfolgreichen Anlaufstelle hält.
Ein gut funktionierendes Netzwerk aus Kontakten sei indessen ebenso wichtig, erzählen Ingrid Nissen und Peter Hansen. Der Sozialladen in Tarp beschäftigt zehn Zusatzjobber, die gesamte Region 54, deren Kosten die Agentur für Arbeit übernimmt. Durch eine dauerhafte Kommunikation mit den staatlichen Sozialämtern können Hilfebedürftige weitergeleitet werden. Dennoch wünscht sich der Verein eine Ausweitung seines Tätigkeitsbereiches. Angestrebt wird, selber auszubilden. "Wir helfen auch dem regulären Arbeitsmarkt. Im Jahr 2008 konnten wir 6,7 % unserer Mitarbeiter auf den ersten Arbeitsmarkt zurückführen", erläutert Ingrid Nissen eine ihrer erfolgreichen Bemühungen. Schwierigkeiten bereite jedoch die Finanzierung.
Besonders betroffen von Armut und Unterernährung sind Kinder, häufig die von Alleinerziehenden. Auf Nachfrage von Dr. Wodarg erzählen Ingrid Nissen und Peter Hansen, dass ein(e) Alleinerziehende(r) nur selten die Unterbringung ihres/ seines Kindes bezahlen könne, um einer Tätigkeit nachzugehen. "Das zeigt deutlich, wie dringend wir Eltern von den Kosten für Kindergärten, Schulen, Ausbildungsstätten und Universitäten befreien müssen," meinte Dr. Wodarg. Denn, so sind sich alle drei einig, eine Grundversorgung von Kindern sowohl geistig als auch körperlich, muss für alle gewährleistet sein. Zaghafte Abhilfe hat der Sozialladen durch Spenden für Babynahrung schon auf lokaler Ebene versucht.
Die Bürgerhilfe e.V. leiste einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur Armutslinderung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebühre Anerkennung und Dank, so Dr. Wodarg. Eben diese Anerkennung und das Bewusstsein für die Notwendigkeit und den Erfolg der Sozialläden und "Buffets des Nordens" seitens staatlicher Institutionen wünscht sich die Bürgerhilfe e.V.
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Wodarg weiß um die Wichtigkeit sozialen bürgerlichen Engagements und empfindet die Sozialläden als gelungene und vor allem niedrigschwellige Anlaufstelle, die er auch in Zukunft unterstützen möchte. Er bedankt sich bei Ingrid Nissen und Peter Hansen für das informative Gespräch und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Einblick in ihre Arbeit.





