Wodarg im Praktikum bei der Flensburger Tafel e.V.
17.09.2009: Am Montag, den 14. September, besuchte Dr. Wolfgang Wodarg die Flensburger Tafel in der Kurzen Straße an der Hafenspitze. In langen Gesprächen und durch tatkräftiges Anpacken und Mithelfen erfuhr er, vor welchen Problemen die größtenteils freiwilligen Helfer und ihre Kunden in der Tafel stehen. Ganz im Vordergrund steht die Platznot in der Kurzen Straße, aber auch viele andere Hindernisse erschweren die Arbeit.
Zwei Mal in der Woche morgens um 7 in der Kurzen Straße in Flensburg: Wenn die drei Fahrzeuge der Flensburger Tafel starten, um die ersten Lebensmittel zu holen, dann beginnt für die Mitarbeiter ein langer und stressiger Tag. Nachmittags gegen 16 Uhr wird ein Teil der rund 2500 Menschen, darunter 750 Kinder, die sich regelmäßig bei der Tafel mit Lebensmitteln eindecken, vor der Tür Schlange stehen.
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg besuchte am 14. September die Flensburger Tafel, um sich über deren wichtige Arbeit zu informieren und um für einen Tag tatkräftig mit an zu packen. Zunächst luden ihn die Vorstandsmitglieder Frau Röhl, Frau Westphal und Herr Dotzauer zu einem Gespräch ein, in dem sie ihm ausführlich ihre aufopferungsvolle Arbeit darlegten. Sie berichteten ausführlich über die täglichen Problemen, denen die Tafel gegenüber steht.
Die Lebensmittel, welche die Tafel verteilt, sind vor allem Spenden der umliegenden Supermärkte, Bäckereien, Restaurants und sogar Schiffe. In der Regel sind dies unverkäufliche Reste. „Wir erhalten viele gute Lebensmittel. Manche Firmen nutzen uns jedoch auch aus und benutzen uns als Müllabfuhr. Aber wenn wir die schlechten Reste nicht nehmen, bekommen wir die guten auch nicht,“ berichten die Mitarbeiter.
So müssen alle Lebensmittel sortiert werden. Ein großer Teil kann nicht mehr ausgegeben werden und so muss die Tafel für deren Entsorgung aufkommen, vom erheblichen Arbeitsaufwand abgesehen. Besonders gefragt seien Grundnahrungsmittel wie Milch, Kartoffeln, Nudeln und ähnliches, diese seien jedoch meist schwer zu bekommen. „Inzwischen hat die Spendenbereitschaft jedoch zugenommen. Wir haben viele Fördermitglieder, die Geld für Lebensmittel spenden. Auch kommen häufig Privatleute und geben Dinge ab.“
Das größte Problem der Tafel sind jedoch die viel zu kleinen Räumlichkeiten. Der Lagerplatz reicht kaum aus und zum effektiven Arbeiten ist nicht genügend Platz. Dringend muss hier Abhilfe geschaffen werden. Mehrere Objekte seien bereits ins Auge gefasst, doch der Umgang mit den Behörden stellt noch einige Hürden in den Weg.
Gegen 16 Uhr am Nachmittag öffnet die Tafel die Türen. Für eine Anerkennungsgebühr von einem Euro können alle, die einen Tafel-Ausweis haben, sich hier mit Lebensmittel eindecken. Die Ausweise werden jedoch nur an wirklich Bedürftige ausgegeben, die diese Bedürftigkeit auch nachweisen können. Es gebe keinen Rechtsanspruch auf Versorgung, und bei Fehlverhalten oder Missbrauch werden auch Ausschlüsse ausgesprochen. Häufig werde die Arbeit der Tafel als zu selbstverständlich hingenommen und auch Sprachbarrieren verhindern oft einen sinnvollen Austausch mit den Betroffenen. Im Anschluss an das sehr ausführliche Gespräch packte Wodarg auch sehr gerne noch mit an: Er begleitete einen Fahrer der Tafel beim Abholen der Lebensmittel und half beim Abladen und Sortieren der Waren. Dabei stellte er sich auch für Fragen und Gesprächen den bereits vor dem Eingang der Tafel wartenden Leuten. Dr. Wodarg bedankte sich abschließend bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tafel, die ihm diese wichtige Erfahrung ermöglicht haben und versprach bei der Vermittlung neuer, größerer Räume behilflich zu sein.





