Weltflüchtlingstag: Die Welt denkt heute an ihre Flüchtlinge
20.06.2009: Weltweit waren 2008 über 42 Millionen Menschen auf der Flucht. 80 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern. Drei von vier Flüchtlingen sind Frauen und Kinder! Der Weltflüchtlingstag ist den Flüchtlingen auf der ganzen Welt gewidmet, um ihre Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem besseren Leben zu würdigen - und um ihnen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen.
Vor allem die Situation in Pakistan und Sri Lanka hat sich in den letzten Monaten zugespitzt. Die Menschen leiden unter den Folgen der Gewalt in Pakistan und den Folgen des Bürgerkriegs in Sri Lanka, sie haben ihr Zuhause verloren. Viele leben unter erbärmlichen Bedingungen in den Flüchtlingslagern oder Slums. Diese Menschen brauchen unsere Solidarität und unsere Unterstützung.
"Der Kampf um knappe Ressourcen verstärkt sich und aus der Not entsteht immer häufiger Wut und Gewalt. In armen Ländern fliehen bereits viele Menschen vor Hunger, Durst und Chaos und lösen so auch Konflikte in Nachbarregionen aus. Selbst einige reiche europäische Staaten werden durch Flüchtlingsströme politisch verändert, weil die Furcht vor den Fremden politisch geschürt und genutzt wird. Verstärkte Abwehr an den Grenzen, umzäunte Lager, Ghettos und Xenophobie entstehen und nicht die Not wird bekämpft, sondern deren Opfer", meint Dr. Wolfgang Wodarg.
"Heute haben wir leider mehr Soldaten in alle Welt geschickt als Entwicklungshelfer. Doch mit Waffen löst man keine Hunger -, Gesundheits- und selbst keine Ordnungsprobleme. Wir müssen deshalb den Schwerpunkt der politischen Aktivität auf die zivile Krisenprävention verlagern. Schon heute wissen wir beispielsweise, wo der Klimawandel die Süßwasserressourcen bedroht, und wo dies, zusammen mit immer fragiler werdenden Staaten schon bald zu gewaltsam ausgetragenen Konflikten führen kann. Was wir in Darfur und im Tschad erleben, ist erst ein Anfang. Wir wissen längst, dass der afrikanische Staatengürtel vom Sudan bis zum Senegal ein "Klimakrisenpulverfass" darstellt. Der Präventionsbedarf für diesen Teil der Welt wird inzwischen allgemein auf der höchsten Alarmstufe angesiedelt", betont der Bundestagsabgeordnete Wodarg, der im Entwicklungsausschuss u.a. für Zentralafrika zuständig ist.
Wodarg weiter: "Bei Gewalt und Not in aller Welt dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Lebensweise, unsere Konsumgewohnheiten und unsere Ansprüche ursächlich mit der Not in den armen Ländern verknüpft sind. Unser Beispiel ist maßgebend und deshalb enorm wichtig. Ein radikales Umdenken in der Energie-, Agrar- und Klimapolitik der Industriestaaten ist dafür notwendig, genauso wie eine verstärkte Armutsbekämpfung weltweit. Nur wenn es gelingt, den Klimawandel, die soziale Spaltung bei uns und die Massenarmut in den Enwicklungsländern zu bremsen, die globalisierte Finanzindustrie zu "bändigen" und die fossilen und nuklearen Ressourcen durch erneubare Energiequellen zu ersetzen, könnte die Weltgesellschaft doch noch auf eine friedliche Zukunft hoffen."
Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Das Motto des Weltflüchtlingstages 2009 ′Real people, real needs′ möchte den Mut und die Leistung würdigen, mit dem Flüchtlinge ihren ungewissen Alltag und die Perspektivlosigkeit bewältigen.
Ein Tag in einem Flüchtlingslager





