Ergebnisse der ersten Mitgliederversammlung unseres Institus SOLIDARISCHE MODERNE
06.07.2010: Am 26. Juni hat in Berlin die erste Mitgliederversammlung des Instituts Solidarische Moderne stattgefunden. Über 300 Mitglieder nahmen an der Veranstaltung teil, das heißt: fast ein Viertel unserer Mitgliedschaft ist angereist, um mit uns über die Arbeit des ersten Halbjahrs und über die Zukunft des Instituts zu diskutieren. Dieses überwältigende Interesse hat uns sehr gefreut. In diesem Mitgliederrundbrief fassen wir die Ergebnisse unserer Versammlung zusammen.
ISM Podium
Chantal Mouffe und Rafaella Bolini reden beim Institut Solidarische Moderne
Die Mitgliederversammlung eröffnete mit zwei internationalen Rednerinnen. Die erste von beiden war ein Überraschungsgast: Chantal Mouffe, Professorin der Londoner University of Westminster und eine zentrale Vertreterin linker Theoriebildung in Europa, war zufällig in Berlin. Sie richtete ein kurzes Grußwort an die Mitglieder des Instituts. Darin hob sie besonders die Relevanz des Instituts hervor, die sich nicht nur auf Deutschland beschränke, sondern für die Linke in ganz Europa von Bedeutung sei: “Die derzeitige Linke war noch nicht in der Lage, eine Alternative zum Krisen erzeugenden und inzwischen längst selbst kriselnden Neoliberalismus zu entwickeln. Deshalb ist das Institut Solidarische Moderne so wichtig, weil es der neoliberalen Hegemonie ein überzeugendes Gegenkonzept entgegensetzen kann.“ Gastrednerin der Versammlung war Raffaella Bolini, Mitglied im International Council des Weltsozialforums. Ihre Rede behandelte grundlegende Fragen globaler Gerechtigkeit: „Das bisherige Wachstum baut auf globaler Ausbeutung natürlicher Ressourcen bei uns und in den Entwicklungsländern auf. Die soziale ökologische Dimension muss bei einem progressiven Projekt wie dem Institut Solidarische Moderne mitgedacht werden, so wie es das Institut in seinem Gründungsaufruf beschrieben hat.“ Beide Reden sind im Internetportal Youtube als Video verfügbar: www.youtube.com/watch?v=EZ3MahNz2_g&feature=related www.youtube.com/watch?v=HKtS2-9n8Lg&feature=related
Hermann Scheer und Rafaella Bolini
Erkenntnisreiche Diskussionen im „Palodium“ geführt
Zentrales Anliegen von Vorstand und Kuratorium war es, auf der Mitgliederversammlung in eine Diskussion mit den Mitgliedern zu kommen und möglichst vielen die Gelegenheit zu geben, Ideen und Erwartungen zu äußern. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit Jascha Rohr vom Institut für Partizipatives Gestalten das „Palodium“ als Diskussionsforum entwickelt. (Der Name „Palodium“ ist zusammengesetzt aus Palaver und Podium.) In drei Fragerunden wurde über Selbstverständnis, Ziele und Arbeitsweisen des Instituts diskutiert. Zunächst gaben sechs VertreterInnen aus dem Vorstand und dem Kuratorium kurze Eingangsstatements zu drei vorgegebenen Fragen ab. Anschließend wurde im Plenum in spontan gebildeten Kleingruppen weiterdiskutiert. Anschließend wurden die Diskussionsergebnisse aus den Gruppen zusammengetragen. Die drei Diskussionsfragen waren: 1. Wo positionieren wir uns als ISM und welche Rolle spielt die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? 2. Woran erkennen wir, dass wir als Institut erfolgreich sind? 3. Wie sieht aktive Mitarbeit im Institut aus? Wir sind nun dabei, die Ergebnisse der Kleingruppendiskussionen auszuwerten. Über die Ergebnisse und die Schlüsse, die der Vorstand daraus für seine zukünftige Arbeit zieht, werden wir in einem der nächsten Newsletter berichten. Eines ist für den Vorstand jetzt schon deutlich: Wir stehen nach wie vor unter großem Erwartungsdruck unserer Mitglieder und müssen vor allem daran arbeiten, dass das in uns gesetzte Vertrauen nicht verloren geht. Wir verstehen das anders als die altbekannte Parteiarbeit, wo man mitreden kann, der Vorstand macht dann aber, was er will; für uns heißt das, dass die Mitglieder ihrerseits deutlich machen müssen, mit welchen Zielen sie sich wie in die Institutsarbeit einbringen wollen. Auf solche Signale wollen wir sensibel und aufmerksam reagieren.
Summer Factory vom 24.-26. September in Frankfurt/ Main: Für ein alternatives Bildungskonzept!
Vom 24.-26. September 2010 veranstaltet das Institut Solidarische Moderne seine erste Summer Factory in Frankfurt am Main. Inhaltlich wird es um das Thema Bildung gehen. Die Summer Factory versteht sichals eine Konzept-Werkstatt , in der ExpertInnen aus Wissenschaft, Politik, Schule und Sozialarbeit, sowie andere engagierte AktivistInnen in Workshops gemeinsam ein grundlegendes, alternatives Bildungskonzept mit dem Titel „Bildung in der Demokratie“ erarbeiten. Zum Auftakt der Factory findet am Freitag Abend eine Podiumsdiskussion statt, bei der die Ziele und Motive zur Entstehung des Instituts diskutiert werden. Auf dem Podium diskutiert Kuratoriumssprecher Prof. Dr. Stephan Lessenich mit den PolitikerInnen und Vorstandsmitgliedern Andrea Ypsilanti (SPD), Katja Kipping (Die Linke), Sven Giegold (Bündnis 90/Grüne). Samstag und Sonntag wird in den Workshops gemeinsam an einem integrierten alternativen Bildungskonzept gearbeitet. Themen der Summer Factory sind u.a. Globalisierung der Hochschule, Demokratisierung der Hochschule, Alternative Konzeptionen von Bildung/Universität, die „Inklusive Schule“, Migration und Schule, Soziale Arbeit und Bildung, Gendersensible Bildungskonzepte. Informationen zur Summer Factory gibt es immer aktuell auf unserer Homepage. Dort können Sie sich auch eintragen, um den Newsletter der Summer Factory zu beziehen, damit Sie über alle Neuigkeiten informiert sind: www.solidarische-moderne.de/de/topic/40.summerfactory.html
Grundsatzpapier beschlossen
In einem Grundsatzbeschluss hat sich die Mitgliederversammlung über Selbstverständnis und Ziele des Instituts verständigt, der im formalen Teil der Versammlung beraten und beschlossen wurde. Das Papier definiert drei Hauptziele für die zukünftige Institutsarbeit: Anstöße geben für ein gesellschaftliches Reformprojekt, Vertrauensbildung zwischen den Akteuren der Linken und Etablierung eines neuen Politikstils. Vorstandssprecherin Katja Kipping: „Wir wollen einen Kampf um Köpfe führen, also Einstellungen verändern und an Stammtischen, in Talkshows, auf Familienfeiern und Internetforen erkennbar neue Positionen einnehmen. Wir wollen alternative Konzepte befördern und eine nachvollziehbare und aktivierende Gesellschafts- und Kapitalismuskritik auf der Höhe der Zeit etablieren.“ Der Grundsatzbeschluss der Mitgliederversammlung stellt für dieses Ziel die Grundlage dar. Das Grundsatzpapier „Das Institut Solidarische Moderne – Ziele, Aufgaben, Projekte“ steht zum Download auf unserer Homepage zur Verfügung: www.solidarische-moderne.de/de/article/67.grundsatzpapier-zu-zielen-aufgaben-projekten.html
Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand
Im formalen Teil der Mitgliederversammlung wurden der Vorstand und die KuratoriumssprecherInnen gewählt. Als SprecherInnen des Vorstandes wurden die bisherigen fünf SprecherInnen für die nächsten zwei Jahre im ihrem Amt bestätigt. Sven Giegold, Katja Kipping, Dr. Anke Martiny, Dr. Thomas Seibert und Andrea Ypsilanti werden weiterhin das Institut mit seinem Crossover-Ansatz zwischen Parteien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft repräsentieren. Als BeisitzerInnen wurden in den Vorstand gewählt: Katja Dörner, Prof. Dr. Klaus Dörre, Franziska Drohsel, Dr. Ute Kalbitzer, Wolfgang Neskovic und Axel Troost. Mit Katja Dörner und Axel Troost kommen zwei neue Personen in den Vorstand. Dr. Ute Kalbitzer ist mit ihrer Wahl vom Kuratorium in den Vorstand gewechselt. Mit seiner Wiederwahl als Schatzmeister ist Reinhard Kahl das zwölfte Vorstandsmitglied. Die bisherigen fünf SprecherInnen Dr. Franz Alt, Dr. Sonja Buckel, Dr. Stephan Lessenich, Prof. Dr. Birgit Mahnkopf und Dr. Hermann Scheer wurden ebenfalls von der Mitgliederversammlung bestätigt.
Ein neues Logo für das Institut
Das Institut Solidarische Moderne hat sich ein Logo und damit zum Ende der Gründungsphase auch ein visuelles Aushängeschild gegeben. Grundidee des Logos ist die Ausstrahlung von Dynamik, Energie und Kreativität, es soll den Impuls vermitteln, der von einer neuen Idee ausgeht. Das Bild weckt Assoziationen an einen pochenden Herzschlag, an eine kraftvolle Welle oder eine verbindende Brücke. Das Logo ist aus einem Wettbewerb von StudentInnen des Studiengangs Visuelle Kommunikation der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin unter der Betreuung von Prof. Jürgen Huber und Christian Hanke hervorgegangen. Aus 47 Beiträgen wurde der Entwurf von Katrin Behrens und Viola von Zadow ausgezeichnet. Grundidee des Logos ist die Ausstrahlung von Dynamik, Energie und Kreativität, es soll den Impuls vermitteln, der von einer neuen Idee ausgeht. Das Bild weckt Assoziationen an einen pochenden Herzschlag, an eine kraftvolle Welle oder eine verbindende Brücke. „Der Weg zu dem neuen Logo des Instituts Solidarische Moderne ist ein Beispiel für den einladenden partizipativen Charakter unserer Arbeit“, sagte Vorstandssprecherin Dr. Anke Martiny.
Das neue Logo finden Sie auf unserer Homepage: www.solidarische-moderne.de/
Weiteres Statement zur geplatzten rot-rot-grünen Option in NRW
Nach dem Statement „Politikwechsel geplatzt, Politikbetrieb gerettet“ ist aus dem Institut Solidarische Moderne ein zweites Statement zu den gescheiterten rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen in NRW hervorgegangen. Sven Giegold und Arvid Bell identifizieren in ihrem Beitrag „Sozial-ökologischer Politikwechsel in NRW gescheitert“ zehn Faktoren, die einen rot-rot-grünen Politikwechsel verunmöglicht haben. Zu finden ist das vollständige Statement auf der Homepage unter: www.solidarische-moderne.de/de/article/54.sozial-oekologischer-politikwechsel-in-nrw-gescheitert.html
Neuer Denkanstoß zum Verhältnis von Kultur und Politik
Ein neuer Denkanstoß ist online. Klaus-Dieter Stork stellt in seinem Beitrag eine wachsende Distanz zwischen Kultur und Politik und den in beiden gesellschaftlichen Teilsystemen handelnden Akteuren fest. Eine Re-Politisierung der Künstlerischen bzw. eine neue kulturelle Unterfütterung des Politischen sei deshalb überfällig. Der Autor sieht das Institut Solidarische Moderne als Ort, an dem dieser Verständigungsprozess zwischen Politik, Kultur, Kunst und Wissenschaft stattfinden könnte. Den Denkanstoß finden Sie hier zum Download: www.solidarische-moderne.de/de/article/52.die-lobby-republik.html
Call for Papers des Linksreformismus-Projekts
Die Zeitschrift Berliner Debatte Initial lädt mit einem Call for Papers unter dem Titel "Mit Linksreformismus aus der Krise?" zu einer Diskussion über eine neue linke Reformpolitik ein. Im Herbst 2010 ist ein Workshop mit den Autorinnen und Autoren geplant, die ein Papier eingereicht haben. Das Institut Solidarische Moderne möchte dieses Projekt unterstützen, indem es auf den Call for Papers aufmerksam macht. Bis 31. Juli 2010 können Beiträge in digitaler Form an call@linksreformismus.de gesandt werden. Der Call sowie weiterführende Informationen finden sich im Internet unter www.linksreformismus.de.
Termine:
1. Juli, Berlin Freitagssalon der Wochenzeitung "Der Freitag" mit den Vorstandsmitgliedern des Instituts Solidarische Moderne Franziska Drohsel, Sven Giegold und Katja Kipping zum Thema „GegenMacht regieren – Kommt 2013 rot-rot-grün? Wann? 01. Juli 2010, 20 Uhr Wo? Ballhaus Ost, Pappelallee 15, Berlin Weitere Informationen: www.prager-fruehling-magazin.de/article/440.gegenmacht-regieren-kommt-2013-rot-rot-gruen.html
8. Juli 2010, Berlin Crossover: Jenseits von Ausverkauf und Abnicken. Buchdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Katja Kipping und Marco Bülow Wann? 8. Juli 2010, 20:00 bis 23:00 Uhr Wo? Deutscher Bundestag, Unter den Linden 50, Berlin Weitere Informationen: www.katja-kipping.de/topic/14.html?id=134
24.-26. September, Frankfurt am Main Summer Factory des Instituts Solidarische Moderne zum Thema Bildung mit allen ProtagonistInnen des Instituts. Wann? 24.-26. September Wo? Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität, Frankfurt am Main Weitere Informationen: www.solidarische-moderne.de/de/topic/40.summerfactory.html
Mit solidarisch-modernen Grüßen, für den Vorstand Sven Giegold, Katja Kipping, Anke Martiny, Thomas Seibert, Andrea Ypsilanti
Katja Kipping spricht das Schlusswort
Das Institut Solidarische Moderne ist die 2010 mit Sitz in Berlin gegründete Programmwerkstatt der ProtagonistInnen der politischen Linken. Im engen Dialog von politischer Praxis und konstruktiver Wissenschaft entwerfen die über 1.300 Mitglieder Lösungen für die ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen eines demokratischen Reformprojektes. Kontakt: www.solidarische-moderne.de, info@solidarische-moderne.de





