Rettung aus der Schuldenkrise für Privathaushalte-ein Analogmodell.
26.10.2011: Hier anlässlich der "Rettungsschirm"-Diskussion und der Ackermann'schen Aushebelung solider Finanzpolitik mit Hilfe einer hilflosen Bundeskanzlerin noch einmal mein schon 2009 unterbreiteter Vorschlag zur Rettung jenes Sektors der Finanzwirtschaft, dessen "Systemrelevanz" bis heute nicht gewürdigt wurde.
Nachdem die Bundesregierung das von der Finanzwirtschaft geforderte "Bad Banks "-Modell als Rettungsring für die überschuldeten und damit eigentlich insolventen Banken beschlossen hat, können diese wieder freier durchatmen und sich den Geschäftsfeldern zuwenden, mit denen sie in Zukunft wieder schwarze Zahlen schreiben wollen.
Sollte das nicht klappen, so haftet der Staat mit dem Geld der Steuerzahler gegenüber etwaigen Gläubigern. Das soll Spielraum für neue Kredite, Luft für neuen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Die risikoreichen Assets, die jetzt auch in einer erneuten Finanzkrise Milliardenverluste bescheren, gehören dem Staat. Der Steuerzahler wird es schon richten....
Diese geniale Idee sollte doch aufgegriffen werden und als Lösung für finanzielle Probleme auch im Bereich derjenigen zum tragen kommen, die aufgrund privater Überschuldung, durch Wucherzinsen oder Kreditkarten-Ausreizung, Verdiensteinbruch durch Arbeitslosigkeit, durch Hypothekenschulden, Fehlspekulationen an der Börse oder bei anderen Glücksspielen als Privatleute an den Rand des finanziellen Ruins geraten sind.
Auch ihnen, die sonst als Konsumenten ausfielen, die zu Insolvenz und wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit verurteilt wären und als Almosenempfänger unsere Gesellschaft über lange Zeit schwer belasten würden, auch ihnen kann das moderne Prinzip der "Bad Banks" in analoger Weise, sozusagen auf der komplementären Systemebene zu erneuter wirtschaftlicher Prosperität und zu Wachstums-Chancen verhelfen.
Selbst das gewichtige Kriterium, dass wir nur jenen mit Steuergeldern zur Hilfe kommen sollten, die systemisch eine wichtige Rolle spielen, wäre hier erfüllt. Es muss jeder/jedem sofort einleuchten, dass dieses Kriterium vor allem für Verbraucher gilt, von deren täglichem Konsum doch das gesamte Wirtschaftssystem abhängt. Gerade die, die ihren täglichen Lebensunterhalt zu Markte tragen, sind Basis und als potentielle Kunden Hoffnung für neuen wirtschaftlichen Aufschwung.
So sollten wir darüber nachdenken -und zwar schnell- ob wir nicht den Wirtschaftsmotor vom Schlamm privater Schulden befreien und diesen in "Bad Accounts" ökonomisch neutralisieren sollten. Ob diese "Bad Accounts" jetzt von jedem Geldinstitut für die eigenen Kunden eingerichtet werden oder ob wir einen staatlich kontrollierten, bankenunabhängigen "Bad- Accounts -Fond (BAF)" schaffen, dass mögen die Spezialisten der Finanzpolitik prüfen und untereinander ausmachen, bevor der Bundesregierung ein entsprechendes Komplementärsegment zum Bad-Banks-Gesetz vorgelegt wird.
Hinweis. "Bad Account": Fachausdruck für "hoch verschuldete Privatkonten"




