Teilerfolg im Kampf um Medikamente für die Armen! Novartis-Klage vom Gericht abgewiesen

Gemeinsam mit engagierten Ärzten und Politikern aus aller Welt begrüße ich die Entscheidung des indischen Gerichtshofs in Chennai, die Klage des Pharmakonzerns Novartis gegen das indische Patentrecht abzulehnen. Novartis hatte eine Klage gegen eine Klausel des indischen Patentrechtes eingereicht, die Pharmaunternehmen daran hindern sollte, ein Patent auf geringfügige Weiterentwicklungen eines bereits bekannten Medikaments anzumelden. Als Hauptproduzent von sogenannten Nachahmerpräparaten (Generika), wäre eine Entscheidung zu Gunsten von Novartis für Indien und für die Patienten der Entwicklungsländer katastrophal gewesen. Patienten und Ärzte der armen Länder sind oft auf Generika aus Indien angewiesen. Ohne preiswerte Alternative zu Markenmedikamenten könnten sich Kranke in armen Ländern keine bezahlbaren Medikamente mehr leisten.

In einem gemeinsamen Unterstützungsbrief von März dieses Jahres an die indische Regierung hob ich, zusammen mit mehreren Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen, diese Argumente hervor. Die Patentrechtsklage von Novartis hatte einen massiven internationalen Protest verursacht. Eine Petition von Ärzte-ohne-Grenzen sammelte mehr als 420.000 Unterschriften. Auch europäische Abgeordnete aus anderen Mitgliedsländern hatten sich in einem Brief an die Regierung Indiens gewandt.

Neben dieser Protestaktion fördere ich gemeinsam mit der NGO "Medico international" und dem BMZ eine neue Produktionsstätte in Bangladesh. Nur in LDCs (least developed countries) wird es bis 2016 nach den brutalen Regeln der WTO noch möglich sein, kostengünstige Generika an den Pharma-Multis vorbei herzustellen. An all diese Maßnahmen hängt das Leben von Millionen Menschen in den ärmsten Ländern. Sie brauchen Medikamente und können die spekulativen Höchstpreise der patentgeschützten Arzneimittel nicht bezahlen. Weitere politische Anstrengungen sind notwendig um das zu ändern!

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Zum Thema
  • EU negotiates in India on behalf of Big Pharma and trades away Access to Medicines10.02.2011 | An alarming blog by Els Torreele, the Director of the Access to Essential Medicines Initiative of the Open Society Public Health Program:
    Recent news reports on negotiations between India and the European Union on a proposed free trade agreement (FTA) have many health and human rights experts worried that millions of people may be left without access to life-saving medicines. Indeed people in low-resource countries are critically dependent on affordable medicines produced by India, which for that reason has been dubbed the “pharmacy of the developing world.” If, as reports indicate, EU negotiators succeed in pressuring India to beef up intellectual property protection at the expense of public access rights for life-saving drugs, the FTA would seriously undercut India’s ability to produce generic, low-cost drugs, with detrimental effects on access to medicines for the developing world. mehr »