Mikrokredite zur Armutsbekämpfung! Wodarg: "Weshalb eigentlich nur in Entwicklungsländern? Können wir nicht auch in Flensburg vom Kongo lernen?"

m Zentrum Kinshasas, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (DRC), gibt es seit mehreren Jahren die Prokredit-Bank. Hier arbeiten inzwischen über 130 Angestellte, die mit Mikrokrediten selbst in den Zeiten des fürchterlichsten politischen Chaos Tausenden von Kongolesen eine neue Existenzgrundlage und Wege aus Hoffnungslosigkeit und Armut gezeigt und finanziell geebnet haben. Die Bank vergibt Kredite an Arme, die noch nicht einmal eine Meldeadresse haben. Sie nimmt hohe Zinsen wegen der Inflation und wegen einer sehr personalintensiven Betreuung der Kreditnehmer. Erstaunlich ist, dass die Ausfallquote bei den dort vergebenen Krediten bei nur 2% liegt. Nach maximal 18 Monaten sind also fast alle Kredite zurückgezahlt obwohl die Zinsen dort bei 3,5% pro Monat liegen.

Die Procredit Bank ist inzwischen das größte Kreditinstitut in der DRC und betreut ein Viertel aller dortigen Bankkonten, informierte uns der deutschstämmige Bankdirektor Oliver Meisenberg.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg, der gemeinsam mit der Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wizcorek-Zeul das kleine "Wirtschaftswunder" in Kinshasa besucht hatte ist inzwischen in Sachen Mikrokredite auch in seiner Heimat aktiv geworden: Mit Vertretern der Flensburger Sparkasse, die von der Idee sofort begeistert waren, traf er sich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau um die Chance von Mikrokrediten für Kleinstunternehmer in Deutschland auszuloten. "Das Projekt der "ICH-AG" war teuer und wenig wirksam!" meint Wodarg, "wir brauchen auch in Deutschland endlich die Kombination von fachlicher und finanzieller Begleitung für Leute die Alternativen zur Arbeitslosigkeit oder zur Schwarzarbeit aufbauen wollen." Banken, die nur Personal abbauen und sich auf ein "Kerngeschäft" konzentrieren tragen zur wachsenden Armut und Hoffnungslosigkeit in Deutschland bei." Der Abgeordnete wies bei seinen Verhandlungen in Frankfurt auch auf die Chancen für ältere erfahrene aber arbeitslose ehemalige Kleinunternehmer hin, die sehr geeignet wären um Kreditnehmer beim Aufbau einer Existenz zu begleiten.

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