Entscheidung bei Novartis-Klage - Brief an die indische Regierung

Im Namen von mehreren Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen habe ich einen gemeinsamen Brief an die indische Regierung aufgesetzt. Anlass des Briefs ist die Abschlussverhandlung der Patentrechtsklage des Schweizer Pharmaunternehmen Novartis gegen die indische Regierung am 26. März vor dem indischen High Court.

Novartis hatte im Mai 2006 eine Klage gegen eine Klausel des indischen Patentrechtes eingereicht, der Pharmakonzernen daran hindern sollte, ein Patent auf geringfügige Weiterentwicklungen eines bereits bekannten Medikaments anzumelden. Sollte Novartis bei dem Gerichtsverfahren Recht bekommen, könnten andere Konzerne Patentschutz für ihre weiterentwickelten Medikamente verlangen und dadurch eine preiswerte generische Alternative zu Markenmedikamenten blockieren. Das könnte gravierende Auswirkungen auf Kranke in Indien und andere Entwicklungsländer haben, die keine bezahlbare Generika mehr bekommen könnten.

Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen schlagen zu Recht Alarm. Auch die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, forderte den sofortigen Rückzug der Klage.

Mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben bereits Anfang März einen Unterstützungsbrief an die indische Regierung zugeschickt, der in die Prozessakten aufgenommen wurde. Auch mit unserem Brief möchten wir der indischen Regierung vermitteln, dass wir ihre Position unterstützen, in der Hoffnung, dass ein massiver internationaler Protest Erfolge aufweist.

Dr. Wolfgang Wodarg

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken
Zum Thema
  • EU negotiates in India on behalf of Big Pharma and trades away Access to Medicines10.02.2011 | An alarming blog by Els Torreele, the Director of the Access to Essential Medicines Initiative of the Open Society Public Health Program:
    Recent news reports on negotiations between India and the European Union on a proposed free trade agreement (FTA) have many health and human rights experts worried that millions of people may be left without access to life-saving medicines. Indeed people in low-resource countries are critically dependent on affordable medicines produced by India, which for that reason has been dubbed the “pharmacy of the developing world.” If, as reports indicate, EU negotiators succeed in pressuring India to beef up intellectual property protection at the expense of public access rights for life-saving drugs, the FTA would seriously undercut India’s ability to produce generic, low-cost drugs, with detrimental effects on access to medicines for the developing world. mehr »