Europa gegen HIV / AIDS - endlich Chefsache!
12.03.2007: Auf der Konferenz "Responsibility & Partnership - together against HIV/AIDS", die vom Bundesgesundheitsministerium im Rahmen der Europäischen Ratspräsidentschaft am 12. und 13 März 2007 in Bremen veranstaltet wird, war viel Prominenz versammelt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede zu HIV/AIDS in Bremen am 12.3.2007
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich hielt die Eröffnungsrede und demonstrierte damit, dass endlich auch die EU den Kampf gegen HIV/AIDS zur Chefsache machen will.
Peter Piot, der Exekutivdirektor vom UNAIDS-Sekretariat, würdigte diesen Schritt ausdrücklich, als er den anwesenden GesundheitsministerInnen darlegte, dass mit der Bremer Initiative nach den amerikanischen, den asiatischen und den afrikanischen Staatengemeinschaften nunmehr auch die europäischen Staaten gemeinsam eine Strategie gegen diese wichtige und bedrohliche Seuche entwickeln. (Rede von Peter Piot als Download im Anhang s.u.)
Von etwa 600 Teinehmerinnen und Teilnehmern, Delegationen aus fast allen europätschen Staaten und zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) wurden notwendige europäische Maßnahmen diskutiert und dabei erste Schritte für ein Netzwerk unternommen. HIV / AIDS kennt keine Grenzen - eine gute Gemeinschaftsstrategie muss ebenfalls Grenzen überwinden, wenn sie erfolgreich sein will!
Als parlamentarischer Vertreter und Berichterstatter im Entwicklungs- und im Gesundheitsausschuss für HIV / AIDS freue ich mich über die gewachsene europäische Aufmerksamkeit und werden an zwei der insgesamt fünf Arbeitgruppen teilnehmen.
Schon am ersten Tag gab es eindrucksvolle Beiträge aus osteuropäischen Staaten, die besonders unter einer starken Ausbreitung der Infektion leiden. Dr. Rita Süssmuth, die Gesundheitsministerin war, als ich in Flensburg unsere erste AIDS-Beratungsstelle im Gesundheitsamt aufbaute, erinnerte eindrucksvoll an die damals herrschende Tabuisierung bei Themen wie AIDS, Condomnutzung, Homosexualität und Drogenmissbrauch. Der offene und ehrliche Umgang mit der Infektion, verbunden mit solidarischer Integration und Hilfe für die Betroffenen haben einen Rückgang der Epidemie in Deutschland möglich gemacht.
Am Ende der Konferenz wird eine gemeinsame Erklärung stehen, mit der sich die versammelten Länder gegenseitig verpflichten, beim Kampf gegen HIV/AIDS Schulterschluss, gesteigerte Kraft und Aufmerksamkeit zu praktizieren.
Neben Aufklärung und Prävention ist der Zugang zu Medikamenten besonders für viele arme Staaten eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf gegen HIV/AIDS. Patente auf lebenswichtige Medikamente, Pharmamonopole und das Primat des wirtschaftlichen Profits haben zurückzutreten angesichts des wachsenden Elends im südlichen Afrika und in anderen armen Teilen dieser Welt.
Deutschland kann und muss auch im Rahmen seiner G8 Präsidentschaft hier die Weichen stellen.
Weitere Informationen zur Konferenz und das Programm erhalten Sie im Internet unter www.aidsconference.de





