Medikamente für arme Länder: DNDi engagiert und erfolgreich!

16.11.2007: Am 26. Oktober nahm ich an einer Sitzung der DNDi (Drugs for Neglected Diseases initiative), einem weltweiten Zusammenschluss von Forschungsinstitutionen und Hilfsorganisationen, teil.

Als sog. "Private Public Partnership" (PPP) bzw. "Product Development Partnership" (PDP) trägt DNDi zur Entwicklung dringend benötigter Medikamente für die Behandlung von Krankheiten in armen Ländern bei.

Jährlich sterben nahezu 13 Millionen Menschen an Krankheiten, die eigentlich behandelbar wären. Sie sterben an Tuberkulose, Malaria und anderen armutsbedingten Krankheiten wie Leishmaniose oder der Schlafkrankheit. Für Pharmaunternehmen gibt es kaum Forschungsanreize für diese zahlreichen,lebensgefährlichen, chronischen Erkrankungen, weil der Absatzmarkt in Entwicklungsländern nicht lukrativ ist.

Ein Gleichgewicht zwischen den Gesundheitsbedürfnissen der Menschen einerseits und den für die pharmakologische Forschung und Entwicklung eingesetzten Geldmitteln andererseits, muss gefunden werden. Die Product Development Partnerships wie DNDi sind interessante Ansätze, die stärker unterstützt werden sollten. An diesen Initiativen beteiligen sich sowohl öffentliche, als auch private Partner und fördern Initiativen und Netzwerke zur Entwicklung von Medikamenten gegen vernachlässigte Krankheiten. Ein Meilenstein für diese Initiative war die wirksame Versorgung vieler armer Länder mit guten und billigen Anti-Malariamedikamenten. Diese wurden in Zusammenarbeit mit einem Pharma-Multi entwickelt und werden patentfrei zu günstigen Bedingungen in den Entwicklungsländern selbst produziert.

Als Berichterstatter für gesundheitliche Fragen im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde ich von DNDi dazu eingeladen, an den Gesprächen in Genf teilzunehmen. Ziel der Veranstaltung war es, neue Wege zu finden, wie die guten Erfahrungen von DNDi zur Entwicklung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung genutzt werden können. Das Treffen diente auch der Vorbereitung der laufenden Regierungsverhandlungen bei der WHO zum Thema "öffentliche Gesundheit und geistige Eigentumsrechte" an denen ich für den Europarat als Beobachter teilnehme.

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Zum Thema
  • EU negotiates in India on behalf of Big Pharma and trades away Access to Medicines10.02.2011 | An alarming blog by Els Torreele, the Director of the Access to Essential Medicines Initiative of the Open Society Public Health Program:
    Recent news reports on negotiations between India and the European Union on a proposed free trade agreement (FTA) have many health and human rights experts worried that millions of people may be left without access to life-saving medicines. Indeed people in low-resource countries are critically dependent on affordable medicines produced by India, which for that reason has been dubbed the “pharmacy of the developing world.” If, as reports indicate, EU negotiators succeed in pressuring India to beef up intellectual property protection at the expense of public access rights for life-saving drugs, the FTA would seriously undercut India’s ability to produce generic, low-cost drugs, with detrimental effects on access to medicines for the developing world. mehr »