UNAIDS Bericht - Gute Zahlen, falsche Hoffnungen
21.11.2007: Zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Aids-Epidemie Anfang der 80er Jahre, stellt man eine deutliche Senkung der Zahlen der HIV-Infizierten weltweit fest. Anfang 2007 war noch von 40 Millionen infizierten Menschen die Rede.
Der am 20. Dezember von UNAIDS veröffentlichte Bericht zum Stand der Epidemie spricht erstaunlicherweise von 32,7 Millionen HIV-positiven Menschen weltweit.
Die Frauen sind am meisten gefährdet! Dr. Wodarg beim Besuch in einer Geburtsklinik in Ghana
Doch hat die internationale Gemeinschaft die Epidemie nicht in den Griff bekommen: 30 Millionen Menschen ist immer noch eine enorme Anzahl! Jährlich infizieren sich 2,5 Millionen und es sterben 2,5 Millionen Menschen. Das südliche Afrika zahlt weiterhin den höchsten Preis mit einem Drittel der Infektionen und der Todesfälle. In Asien weist Indonesien den stärksten Anstieg auf, in Kambodscha und Thailand geht jedoch die Zahl der Infizierten zurück. In Osteuropa und Zentralasien wächst die Epidemie sehr deutlich, sie ist um 150% seit 2001 gestiegen. Auch in Westeuropa steigt die Zahl der Übertragungen, vor allem bei homosexuellen Männern.
Die neuen Hochrechnungen ändern nichts an der Notwendigkeit, die Prävention weiter auszubauen und die Finanzmittel zu erhöhen. Auch der Zugang zu HIV-Medikamenten muss weiter verbessert werden: zurzeit bekommen 2,5 Millionen Menschen eine Therapie. Wenn sich nichts ändert werden 2010 nur 4 Millionen Personen Zugang zu medikamentösen Therapien haben, wobei die internationale Gemeinschaft sich zum Ziel gesetzt hat, 11 Millionen Personen den Zugang zu HIV-Medikamenten zu ermöglichen.





