NEIN! zum Einsatz der Bundeswehr als schnelle Eingreiftruppe in Afghanistan

25.01.2008: Am 24.01.2008 fand im Bundestag eine Debatte zum Einsatz von Bundeswehrkampftruppen in Afghanistan als Quick-Reaction-Forces (schnelle Eingreiftruppe) statt. Jetzt bat die Nato die Bundesregierung offiziell um die Entsendung 250 Soldaten in den Norden Afghanistans. Voraussichtlich wird Deutschland die schnelle Eingreiftruppe von Juli an stellen. Es wäre nach den Tornados eine erneute Erweiterung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr am Hindukusch. Einen Einsatz von deutschen Truppen innerhalb dieser Eingreiftruppe halte ich für falsch.

Im Herbst letzten Jahres stimmte der Bundestag dem ISAF-Mandat der Bundeswehr zu. In diesem Einsatz, den ich grundsätzlich für unterstützungswert hielt, sollen die Soldaten einen effizienten Beitrag zum Wiederaufbau Afghanistans leisten. Mit ISAF soll auch der afghanische Sicherheitssektor reformiert werden. Er soll weiterhin der Entwaffnung von illegalen Milizen und dem Aufbau einer funktionierenden afghanischen Armee dienen.
Nun ist geplant, eine norwegische Einheit, die derzeit im Nordwesten Afghanistans im Rahmen der Quick-Reaction-Force stationiert ist, durch eine deutsche Eingreiftruppe zu ersetzen.
Der Charakter eines solchen Einsatzes wird sich von den bisherigen ISAF-Einsätzen wesentlich unterscheiden. Eine Aufgabe dieser Eingreiftruppe wird es sein, bei eskalierenden Situationen zur Verstärkung und Unterstützung der afghanischen Armee, zu intervenieren. Bislang ging es bei dem Einsatz der Bundeswehr überwiegend um Schutz, Wiederaufbauhilfe und Stabilisierung der Lage vor Ort. Durch den Einsatz einer schnellen Eingreiftruppe aber werden die deutschen Soldaten verstärkt in konkrete Kampfhandlungen verstrickt werden. Dies könnte nicht nur dazu führen, dass auch Bundeswehrsoldaten in Kämpfen töten und getötet werden, sondern es würde mit Sicherheit auch das gewachsene Vertrauen in den humanitäteren Charakter des Einsatzes der deutschen Soldaten innerhalb der afghanischen Bevölkerung beschädigen. Die ISAF-Mission droht immer mehr in den Sog des von der Bush-Administration inszenierten Krieges "gegen den Terror" gezogen zu werden. Wir brauchen das Vertrauen der afghanischen Menschen, müssen ihnen helfen, sich zu schützen, Verbrechen zu verhüten und rechtsstaatliche Strukturen aufzubauen. Eine Teilnahme an kriegerischen Handlungen schädigt diese Arbeit. Ich werde ihr nicht zustimmen.

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken
Zum Thema
  • EU negotiates in India on behalf of Big Pharma and trades away Access to Medicines10.02.2011 | An alarming blog by Els Torreele, the Director of the Access to Essential Medicines Initiative of the Open Society Public Health Program:
    Recent news reports on negotiations between India and the European Union on a proposed free trade agreement (FTA) have many health and human rights experts worried that millions of people may be left without access to life-saving medicines. Indeed people in low-resource countries are critically dependent on affordable medicines produced by India, which for that reason has been dubbed the “pharmacy of the developing world.” If, as reports indicate, EU negotiators succeed in pressuring India to beef up intellectual property protection at the expense of public access rights for life-saving drugs, the FTA would seriously undercut India’s ability to produce generic, low-cost drugs, with detrimental effects on access to medicines for the developing world. mehr »