Europarat fordert den Ausbau der Palliativmedizin
29.01.2009: Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat gestern Abend einstimmig einen Beschluss zum Ausbau der Palliativmedizin in Europa gefasst. Die Versammlung betrachtet diese umfassende Behandlungsmethode, die die kurative Medizin ergänzt, als Modell für eine innovative Gesundheits- und Sozialpolitik. Autor der Entschließung ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg. Hier das Presse-Echo:
PRESSE-ECHO:
Gesundheit Leben von unheilbar Kranken soll verbessert werden
Euronews - Lyon, France
Fernsehinterview von Euronews mit Dr. Wolfgang Wodarg
EUROPARAT/ Palliativmedizin eine wichtige und innovative Ergänzung zur kurativen Medizin
In einer am 28. Januar einstimmig angenommenen Entschließung hat die Versammlung den Mitgliedsstaaten empfohlen, in der Gesundheitspolitik einen einheitlichen und umfassenden Rahmen im Bereich der Palliativmedizin zu schaffen.
Palliative Pflege sei kein „humanitärer Luxus, den man sich angesichts einer angespannten Wirtschaftslage nicht mehr leisten kann. Sie muss nicht nur Sterbenden sondern auch Schwerkranken und chronisch Kranken zur Verfügung stehen. Die Bereitstellung dieser Pflege ist immer noch äußerst unzureichend“, sagte Wolfgang Wodarg (Deutschland, SOC), Berichterstatter des Ausschusses für Sozialordnung, Gesundheit und Familie zu diesem Thema.
Palliativmedizin, die die genaue Bewertung und Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art umfasst, unterstützt die Würde der Patienten und die Anerkennung ihrer Menschenrechte, indem sie es ihnen ermöglicht, selbst Entscheidungen zu treffen und ihre Lebensqualität und Autonomie fördert.
Europarat fordert den Ausbau der Palliativmedizin
DEUTSCHER ÄRZTEBLATT: Donnerstag, 29. Januar 2009
Brüssel/Paris - Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat gestern Abend einstimmig einen Beschluss zum Ausbau der Palliativmedizin in Europa gefasst. Autor der Entschließung ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg.
Die gegenwärtige medizinische Versorgung ginge trotz ihres hohen Anspruchs und immenser Kosten gerade in der letzten Lebensphase an den Grundbedürfnissen schwer oder chronisch Kranker sowie stark pflegebedürftiger Patienten vorbei.
Hier sei die Palliativmedizin eine sinnvolle "innovative Ergänzung", weil sie nicht davon ausgehe, dass die Heilung von Krankheit Vorraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe ist, heißt es in dem Beschluss. Schmerzlindernde Therapien könnten für Menschen, die resigniert haben, eine Perspektive für ein Sterben in Würde bieten.
Die Parlamentarische Versammlung empfiehlt den Mitgliedstaaten, schlüssige und nachvollziehbare palliativmedizinische Konzept zu entwickeln und die internationale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen, Institutionen, Forschungseinrichtungen und sonstigen Akteuren der Palliativmedizin zu fördern.
Das Thema Sterbehilfe wird in der Entschließung zwar ausgespart. Die Vertreterinnen und Vertreter der 47 im Europarat versammelten nationalen Parlamente fordern die Staaten aber auf, sich dem Thema zu stellen. Ein liberaler Rechtsstaat könne ethische Fragen, die das Leben und Sterben von Menschen betreffen, nicht unbeantwortet lassen kann, heißt es dazu in dem Beschluss.
© ps/aerzteblatt.de
Europarat fordert mehr Palliativmedizin in Europa 29.01.2009 Straßburg (KAP)
Parlamentarische Versammlung kritisiert, dass Möglichkeiten zur besseren palliativmedizinischen Versorgung nicht ausreichend genutzt werden Die Parlamentarische Versammlung des Europarates fordert eine bessere palliativmedizinische Versorgung in Europa. Deren Möglichkeiten würden nicht ausreichend genutzt, heißt es in einer am Mittwochabend verabschiedeten Resolution. Vielfach herrsche die Meinung, schmerzlindernde Therapien seien ein Luxusgut. Palliativmedizin bedeute die Kontrolle der Krankheitssymptome, die psychologische, spirituelle und emotionale Unterstützung des Patienten und die Betreuung der Angehörigen, auch bei der Trauerarbeit.
Die Parlamentarier enthielten sich einer eindeutigen Positionierung zur Sterbehilfe, forderten aber eine verstärkte Debatte zu dem Thema in den Mitgliedsstaaten des Europarates. Der Rechtsstaat könne Fragen nach Leben und Sterben nicht unbeantwortet lassen. Ein "ethischer Pluralismus" gewährleiste nicht die Freiheit der Bürger, sondern gebe der "Beliebigkeit, dem Relativismus und praktischen Nihilismus in der Gesellschaft den Vorzug", heißt es im Resolutionstext.
Der Berichterstatter Wolfgang Wodarg der deutschen SPD hatte vor der Abstimmung erklärt, er habe das Thema Sterbehilfe bewusst ausgespart. Debatten zu dem Thema seien in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates bislang immer ohne Ergebnis geblieben, erläuterte der Parlamentarier der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA.




