NEUER INFOBRIEF
20.03.2009: Hier der neue Infobrief 02/2009 zum Download:
Liebe Leserinnen und Leser,
der Amoklauf von Winnenden hat uns alle zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei den Angehörigen der Opfer. Wir trauern mit ihnen. Schnell waren Politiker, Verbandsfunktionäre und Journalisten mit Ratschlägen zur Stelle: strengere Waffengesetzte, Wachpersonal an Schulen, ein Verbot von Killerspielen… Nicht alle Vorschläge waren klug, aber einige hätten wir längst umsetzen können.
Die Fragen, denen wir uns stellen müssen, sind: Was läuft falsch in unserer Gesellschaft? Was müssen wir tun, damit Gewalt an Schulen keine Chance hat? Im Zentrum einer ernsthaften und zukunftsweisenden Diskussion muss also unsere politische Verantwortung für Schule und Familie stehen.
Bei meinen Besuchen in Schulen sehe ich abgewetzte Teppiche, bröckelnde Fassaden, Unterricht in Containern, leckende Flachdächer und Lehrerzimmer, die an Massentierhaltung erinnern. Wie soll ein Lehrer hier Zeit und Ruhe finden, seinen Unterricht vor- und nachzubereiten oder sich gar im Gespräch um die Sorgen einzelner Schülerinnen und Schüler kümmern? Hier müssen wir klotzen und nicht kleckern! Das ist langfristig wichtiger als Bankenhilfe!
Wir erleben immer mehr Zuspruch für Gemeinschaftsschulen - das war höchste Zeit! Kinder schon nach vier Jahren (wie von der CDU gewollt) aus dem Klassenverband zu reißen und nach gut und schlecht einzuteilen, macht aus Kindern Gewinner oder Verlierer und schafft die Grundlage für Frust, Ausgrenzung, Spannungen und Gewalt.
Chancenungleichheit und Diskriminierung waren bisher kennzeichnend für den deutschen Bildungsflickenteppich! Lernen ist ein interaktiver Prozess, der Raum für Fragen und Gespräche benötigt. Eine Ganztagsschule ist deshalb besonders für jene Kinder nötig, deren Eltern nicht helfen können, weil sie arbeiten müssen.
Milliarden zur Bewältigung der Finanzkrise sind ein guter Anlass über nachhaltiges staatliches Handeln nachzudenken. Für eine friedliche und aussichtsreiche Zukunft wird in unseren KiTas und Schulen der Grundstock gelegt.
Wir dürfen als Sozialdemokraten nicht locker lassen und sollten aber nicht nur in Bauten sondern auch in pädagogische Begleitung unserer Kinder mehr investieren.
Mit solidarischen Grüßen,
Euer Wolfgang Wodarg





