„Heilkunde auf gesellschaftlicher Ebene“

16.09.2009: Im Vorfeld der Bundestagswahl am 27. September stellte der sh:z-Verlag die Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Fraktionen für den Wahlkreis 1 (Flensburg-Schleswig) mit einem Fragebogen vor. Hier die Antworten des Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg:

Warum sind Sie politisch aktiv und warum in der Partei, für die Sie kandidieren?

Politik ist Heilkunde auf gesellschaftlicher Ebene, und ich will Gutes tun, damit möglichst alle gesund und in Würde ihr Leben leben können. Soziale und demokratische Politik ergibt sich hieraus zwangsläufig. Nur mit der SPD sind meine Ziele umsetzbar.

Was war Ihr erstes politisches Amt?

Personalrat in einer großen Klinik und Gemeindevertreter.

Welche drei Themenfelder sind Ihre Schwerpunkte?

Ich setze mich für eine gute, solidarische Krankenversorgung ein; ethische Fragen in Medizin und Forschung, Europa- und Außenpolitik (stellv. Fraktionsvorsitzender im Europarat) so wie Entwicklungspolitik sind meine weiteren Arbeitsbereiche. Die drei Themen, die mich neben Gesundheit am meisten bewegen, sind Arbeit/Bildung, Klimapolitik und Menschenrechte.

Was sehen Sie als Stärken, was als Schwächen des Wahlkreises 1?

Stärken: Wunderschöne Natur, friedlich-vielfältige Grenzlandkultur und eine attraktive, innovative Bildungs- und Wirtschaftslandschaft, jede Menge Energie.

Schwächen: Zergliederung, lückenhafte Infrastruktur, schlechte Nord-Ostsee-Verbindung, Randlage durch mangelhafte Fern-Anbindung (Bahn, Flug, Schiff), zunehmend existenzgefährdende Industrialisierung der Landwirtschaft.

Was konkret möchten Sie in der kommenden Legislaturperiode für den Wahlkreis 1 auf jeden Fall erreichen?

Eine gute hausärztlich-pflegerische Versorgung sichern, die Bildungslandschaft fördern, CO2-Endlager verhindern, für bessere und nachhaltige Infrastruktur und für menschenwürdige Arbeit kämpfen. Weitere Privatisierung und Monopolisierung wichtiger Bereiche der Daseinsvorsorge verhindern und die Konkurrenzfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen fördern.

Ihr politisches Vorbild?

Willy Brandt mit seinem Mut zur Demokratie, Albert Schweitzer als sozial engagierter Arzt mit hohem ethischen Anspruch und Gandhi als Kämpfer gegen soziales Unrecht.

Was an der Bundespolitik hat Sie in den letzen zwölf Monaten am meisten geärgert, was am meisten gefreut?

Geärgert: Dass die Regierungen Banken, die das Geld ihrer Kunden verspielt haben, mit unseren Steuer-Milliarden weiterspielen lassen, statt die Steuergelder für nachhaltige Projekte wie Bildung, Energiewende und eine dazu passende Infrastruktur einzusetzen. Der politische Einfluss der Energie-, Versicherungs- und Pharma-Mafia, die Überwachungsgesetze und die zunehmende Militarisierung des Afghanistan-Konfliktes.

Gefreut: Erste Mindestlöhne, Verbot von Gen-Mais, meine Erfolge gegen die Privatisierung der Gewalt und für billige Medikamente in armen Ländern, Verhinderung des Börsenganges der Bahn, die wichtige Petition der Bürgerinitiative gegen ein CCS-Gesetz

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Berlin und dem Wahlkreis?

Mit viel Begeisterung für meinen Wahlkreis und meine spannenden Aufgaben und dank des Verständnisses und der Hilfe meiner Frau, freiwilliger Helfer und meiner MitarbeiterInnen. Das erleichtert mir die anstrengende Reiserei zwischen meiner Heimatregion und Berlin, nach Strassburg oder in Entwicklungsländer und Krisengebiete.

Sollten Sie nicht in den Bundestag kommen – wie werden Sie Ihr Leben dann gestalten?

Ich werde mich weiter für meine politischen und ärztlichen Ziele einsetzen, leben und lieben. Ich hoffe aber, dass mir genügend Menschen Ihre Erststimme geben und damit die Region im Bundestag stärken.

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