Eine Welt ohne Atomwaffen!

09.08.2009: Zum "Hiroshima- und Nagasaki-Tag" am 6. bzw. 9. August erinnern weltweit Opfer, Hinterbliebene und Friedensaktivisten an den nunmehr 64. Jahrestag der Atombombenabwürfe von 1945. Die Initiative „Friedensmarsch für Hiroshima“ organisiert in diesem Jahr einen Fußmarsch von der Nord- bis zur Südspitze Deutschlands. Heute war die Marschgruppe, die bereits am Donnerstag an der Sylter Nordspitze gestartet ist, in Flensburg.

Explosion von „Fat Man“ über Nagasaki

Sie startete gegen 06.30 Uhr in Medelby und traf gegen 10.30 Uhr am Flensburger ZOB ein, wo die Friedensmarschierer, zusammen mit anwesenden Friedensbewegten aus Flensburg um 11:02 Uhr des Bombenabwurfs am 09. September 1945 über Nagasaki gedenkten und Unterschriften für eine atomwaffenfreie Welt gesammelt haben.

Am 6. August 1945 um 8 Uhr morgens befiehl der Präsident der Vereinigten Staaten den Abwurf der ersten Atombombe - auf Hiroshima. Am 9. August 1945 wurde die 2. Atombombe auf Nagasaki abgeworfen. In nur wenigen Sekunden starben 155.000 Menschen. Weitere 110.000 Menschen starben innerhalb weniger Wochen an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung, zahlreiche weitere an Folgeschäden in den Jahren danach. Die Städte wurden verheert.

Die Vereinigten Staaten versuchten zwar ein nukleares Monopol zu erhalten, dennoch gelang es der Sowjet Union bereits 1949 ihre eigene Atombombe zu zünden. Seither haben auch Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Nordkorea Atombomben entwickelt. Auch Israel dementiert nicht, über Atomwaffen zu verfügen. Ca. 30.000 Atomsprengköpfe bedrohen heute die gesamte Menschheit.

In diesen Wochen sammeln tausende Friedensbewegte in aller Welt Unterschriften unter den „Appell für eine von Kernwaffen befreite Welt“. Die Listen sollen am 2. Mai 2010 den Staatsmännern und –frauen überreicht werden, die sich dann in New York versammeln, um über eine Aktualisierung des Atomwaffensperrvertrages zu verhandeln.

Nachdem auch Präsident Obama sich in seine Prager Rede zum Ziel der Abschaffung aller Atomwaffen bekannt hat, sollte Deutschland mit dem Abzug der verbliebenen 20 US-Atombomben im Fliegerhorst Büchel/Eifel beginnen können!

"Um atomare Katastrophen in Zukunft zu verhindern, müssen wir heute handeln. Dafür muss das Bewusstsein für die gewaltfreie Lösung von Konflikten gestärkt werden. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach einer weltweiten nuklearen Abrüstung und freue mich über die zunehmende Zahl der Menschen in aller Welt, die offen und vielfältig alle Formen der Gewalt zurückweisen", sagt der Bundestagsabgeordnete und überzeugter Friedensaktivist Dr. Wolfgang Wodarg, der gemeinsam mit dem SPD-Kreisvorsitzenden gekommen war. Wodarg wies in einer kurzen Ansprache darauf hin, dass Hiroshima und Nagasaki Verbrechen gegen die Menschhlichkeit waren, die ohne eine heute übliche mediale Begleitung blieben und uns heute deshalb weit weniger im Gedächtnis und vor Augen stehen, als so manch ein schreckliches Ereignis danach.

"Wir dürfen das Unfassbare nicht verdrängen, sondern müssen versuchen uns immer vor Augen zu halten, welche Verantwortung Politik für den Schutz der Menschen auf diesem Planeten angesichts solch gewaltiger technischer Möglichkeiten der Selbstzerstörung hat", mahnte Wodarg und bedankte sich bei den Abrüstungswanderern für ihren wichtigen Einsatz.

Hier ein "online-Lexicon" zu allem rund um Atomwaffen und deren Gefahren: www.AtomwaffenA-Z.info

Dr. Wolfgang Wodarg Foto: Helmut Trost

Helmut Trost

Hiroshima nach der Bombardierung

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken