Kinder stark machen!

20.09.2009: In Deutschland wachsen immer mehr Kinder in schwierigen Verhältnissen auf. Sie leiden unter zunehmender Kinderarmut und ungleichen Bildungschancen. Unsere Gesellschaft muss aber allen Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft das gleiche Recht und die gleichen Chancen auf Bildung und Förderung geben. Dr. Wolfgang Wodarg, MdB setzt sich dafür ein, die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt zu rücken. Ein wichtiges Signal wäre die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz.


Kinder sind die Zukunft unseres Landes, Kinder sind die Zukunft unserer Erde. Doch Kinderarmut ist real, nicht nur in der sogenannten Dritten Welt, sondern auch bei uns in Deutschland. Die Armut in Deutschland wächst und trifft dabei die Kinder am stärksten. Schon über 3 Millionen Kinder leben in unserem Land in Armut. Eine UNICEF-Studie hat gezeigt, dass unter den Industrienationen belegt Deutschland mit Platz 11 nur einen mittleren Rang, wenn es um das Wohlergehen von Kindern geht. Der Schulerfolg von Kindern hängt entscheidend von ihrem Elternhaus ab. Etwa 17 Prozent der Heranwachsenden mit Migrationshintergrund verlassen die Schule ohne Abschluss.

Armut ist nicht nur Mangel an materiellen Gütern, sondern vorallem auch Mangel an Bildungschancen, an Perspektiven, an Wahlmöglichkeiten, an sozialen Kontakten und an Gesundheit.

Kindern, die in Armut leben, bleiben viele Bildungschancen versperrt. Viele Eltern können aufgrund Ihrer finanziellen Situation ihren Kindern keine Schulbücher, Fahrkarten, Ausflüge und Klassenfahrten mehr zahlen. Sie können auch die Angebote von Musikschulen, Sportvereinen, Nachhilfeunterricht und Kunstschulen nicht wahrnehmen. Diesen Kindern fehlt es nicht nur an Bildungsmöglichkeiten sondern auch an sozialen Kontakten!

Die SPD hat Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen wieder zum gesellschaftspolitischen Thema Nummer eins gemacht. Denn es gibt eine öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern, die die private Verantwortung der Familien ergänzt. Die SPD fordert Maßnahmen, die weit über eine Erhöhung von Kindergeld hinausgehen!

Bildung beginnt bereits im frühen Kindesalter und ist nicht auf die Schule begrenzt. Frühkindliche Bildungsangebote unterstützen auch die Integration von Kindern aus Migrantenfamilien. Der Ausbau der Angebote von Bildung und Betreuung von Kindern muss Priorität erhalten!

Die SozialdemokratInnen fordern deshalb mehr Betreuungsangebote auch für unter Dreijährige, kostenfreien Besuch der Kindertagesstätten, mehr Förderung und mehr Integration in der Schule - die Ganztagsbetreuung ausbauen, bessere Gesundheitsvorsorge und mindestens eine warme gesunde Mahlzeit täglich für alle Kinder.
Gleiche Bildungschancen: Das heißt unter anderem gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule, weitgehende Lernmittelfreiheit und eine zweite und dritte Chance für Schulabbrecher auf einen Schulabschluss.

Die SPD will langfristig die öffentlichen Ausgaben für Bildung von derzeit 5,1% auf 7% des Bruttoinlandsprodukts erhöhen!

Wir haben auch dringenden Handlungsbedarf, Gesundheit und Ernährung in den täglichen Stundenplan unserer Kinder einzubetten. Das Thema „Ernährung und Gesundheit“ findet in unserer Gesellschaft noch nicht in dem Maße Berücksichtigung, wie es für Kinder notwendig ist. Die Folgen gesundheitsschädlicher Ernährung und Übergewicht sind zB. chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Bei der Gestaltung der Zukunft müssen die Kinder als Mittelpunkt der Entwicklung begriffen werden. Der Einsatz für ihre Rechte ist der Ausgangspunkt verantwortlichen Handelns für eine bessere Welt.
Seit langem kämpft die SPD sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene dafür, die Rechte der Kinder in unserer Gesellschaft zu stärken. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist wichtig für eine kinderfreundlichere Gesellschaft.

Kinder haben Rechte, daran zweifelt niemand. Aber die Interessen der Kinder und Jugendlichen spielen in Deutschland noch immer eine Nebenrolle. Bei Entscheidungen in Politik und Verwaltung werden ihre Stimmen kaum gehört. Das Aktionsbündnis Kinderrechte (UNICEF, Deutscher Kinderschutzbund, Deutsches Kinderhilfswerk) fordert die Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat deshalb dazu auf, die Rechte der Kinder im Grundgesetz zu verankern. Unterstützen Sie diesen Aufruf: Kinderrechte ins Grundgesetz

Wolfgang Wodarg beim Kindergartenpraktikum in Flensburg

Favela-Kinder in Luanda, Angola (Foto: Wolfgang Wodarg)

Die Kinder dieser Welt

Mit den Kindern dieser Welt ist die Hoffnung auf eine bessere Welt verbunden! Doch trotz weltweiter Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit sterben nach Berechnungen von UNICEF weiterhin jeden Tag mehr als 26.000 Kinder unter fünf Jahren. Dies sind 9,7 Millionen Todesfälle im Jahr. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die Situation besonders ernst: Hier leben zwar weniger als 25 Prozent aller Kinder weltweit. Nach UNICEF-Angaben entfiel aber im Jahr 2006 auf die Region nahezu die Hälfte aller weltweiten Todesfälle bei Kindern. Im selben Jahr ist laut World Food Report alle 5 Sekunden ein Kind unter sieben Jahren verhungert. Das ist nicht hinnehmbar!

Mehr Forschung für die Krankheiten der Ärmsten!

Fast 80 Millionen Kinder weltweit besuchen keine Schule. Zugang zu Bildung ist - und das gilt auch in unserem Land - eine Grundvoraussetzung für Wachstum und Chancengleichheit, und sie ist besonders in armen Ländern eine Grundvoraussetzung für deren Entwicklung. Trotz guter Fortschritte in den vergangenen Jahren gilt es, diese Anstrengungen zu verstärken.

Mit dem Antrag "Förderung von Bildung und Ausbildung - Entwicklungspolitischen Schlüsselsektor konsequent ausbauen" fordert Dr. Wolfgang Wodarg gemeinsam mit seinen KollegInnen ein verstärktes Engagement der deutschen Entwicklungspolitik für Bildung weltweit.

"Förderung von Bildung und Ausbildung - Entwicklungspolitischen Schlüsselsektor konsequent ausbauen"

"Vamos Adelante" - ein mutiges Alphabetisierungsprojekt im Urwald Guatemalas

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