Nationaler Bildungsbericht 2008 muss Konsequenzen haben!
18.10.2008: Am Donnerstag, dem 16. Oktober debattierte der Deutsche Bundestag über den Nationalen Bildungsbericht 2008. Der Bericht "Bildung in Deutschland 2008" ist die zweite umfassende empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens. Er dient auch als Grundlage für die von der SPD angestrebte massive Verstärkung unserer bildungspolitischen Anstrengungen.
Analysiert wurde das gesamte institutionelle Gefüge von der frühkindlichen Bildung über das allgemeinbildende Schulwesen bis hin zur Berufsausbildung und zum Studium. Auch die Weiterbildung im Erwachsenenalter ist Gegenstand der Untersuchung. Insgesamt nutzen in Deutschland rund 17 Millionen Menschen Bildungsangebote. Sie besuchen Kindertageseinrichtungen, allgemeinbildende Schulen, Ausbildungsstätten oder Hochschulen.
Anlässlich der Debatte erklärte der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg:
"Das Bildungswesen ist zentraler Bestandteil der Gesellschaft und eines der Schlüsselthemen sozialdemokratischer Politik. Wir sind in der Verantwortung den Menschen ein kostenloses und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot zu bieten. Bildung ist ein Menschenrecht und muss allen Menschen unabhängig vom Bildungsstand der Herkunftsfamilie und deren Geldbeutel zugänglich sein. Deshalb bin ich für ein kostenloses Betreuungs- und Lehrangebot von der Kinderkrippe bis hin zum Abschluss der ersten beruflichen Qualifikation (Berufsausbildung oder Studium). Wir müssen uns gegen die Vorbehalte der unionsregierten Länder gegenüber verbindlichen Vereinbarungen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems durchsetzten. Der Bildungsgipfel muss in verbindliche und ausfinanzierte Zielvereinbarungen von Bund und Ländern münden. Wir brauchen endlich eine klare und verlässliche Grundlage für alle Beteiligten."
Die SPD steht einheitlich hinter ihren Forderungen, wie sie im Parteivorstand am 1. September 2008 für den Bund und die Länder gemeinsam beschlossen worden sind. Diese Forderungen lassen sich zu gemeinsamen Leuchtturmprojekten bündeln. Wir fordern verbindliche Vereinbarungen
• für eine Steigerung der öffentlichen Bildungsausgaben,
• für den Ausbau, die Qualitätsverbesserung und die Beitragsfreiheit der frühkindlichen Bildung,
• für einen Hochschulpakt für die Studierenden, der echte Studienplätze schafft, Qualität in der Lehre verbessert und die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen beendet,
• für den besseren und breiteren Zugang für Studierende ohne Abitur, der bundesweit vereinfacht und als klarer Anspruch ausgestaltet ist,
• für ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot sowie den Ausbau der Schulsozialarbeit,
• für ein klares Signal zur besseren Bildungsintegration von Migrantinnen und Migranten und
• für die Schaffung eines echten Weiterbildungspaktes.







