Die Würde alter und gebrechlicher Menschen schützen

12.09.2010: Ein internationales Netzwerk von Pflegekräften, PolitikerInnen, ÄrztInnen und anderen, die für alte und gebrechliche Menschen Verantwortung tragen, hat sich europaweit organisiert, um für die Würde alter und gebrechlicher Menschen zu sorgen und sich für bessere Strukturen und Lösungen in allen europäischen Ländern einzusetzen. In Bergen/Norwegen fand ein beeindruckender Kongress dieser engagierten Praktiker statt. Hier der Link zum Dignity Center in Bergen und ein kurzer Bericht.

Schöne alte Frau (© Wodarg)

Ob zu Hause, im Heim oder in der Klinik, für Angehörigen, Nachbarn, Pflegedienste, Ärzte und Krankenhauspersonal wird das Thema Würde im Alter und bei Gebrechlichkeit immer wichtiger.

Organisatorische, administrative oder institutionelle Zwänge bedrängen den Wunsch alter Menschen nach einer ihrer Biografie entsprechenden Lebensweise bis zuletzt. Die von unserer Gesellschaft eingeforderte Mobilität auf dem Arbeitsmarkt behindert die familiären Hilfemöglichkeiten und macht viele Alte und Gebrechliche abhängig von professionellen Hilfsangeboten.

Trotzdem sorgen und pflegen besonders die Frauen in Familie und Nachbarschaften immer noch am meisten und brauchen hierfür überall in Europa unsere gesellschaftliche Unterstützung.

Wie muss gute Betreuung und Pflege gebrechlicher Menschen aussehen?
Woran erkennt man sie?
Was steht ihr entgegen?
Wie können wir sie nachhaltig sichern?
Wie erkennen wir die Bedürfnisse der Umsorgten?
Und was zeigt uns, dass wir es richtig machen?

Diese und weitere Fragen wurden von internationalen Fachleuten beantwortet, die Antworten wurden diskutiert und nationale Besonderheiten wurden deutlich.

Skandinavien zum Beispiel hat durch seine sozialstaatliche Ausrichtung völlig andere Voraussetzungen als mehr marktorientierte und deregulierte Gesellschaften.

Selbstbewusste Pflegekräfte in öffentlicher Verantwortung oder importierte Billigarbeitskräfte aus armen Ländern, die vor allem den Profit von Pflegekonzernen sichern müssen? Beides finden wir in Europa. Das schafft auch für die Betroffenen und ihre Familien sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Wahrung eines würdigen letzten Lebensabschnittes.

Die Normen des Europarates zur Palliativ-Versorgung und die Modellfunktion des palliativen Ansatzes wurden von mir in Bergen vertreten

Die zahlreichen Vorträge und Ergebnisse der internationalen Konferenz in Bergen werden in einigen Tagen auf der Homepage des Dignity Centers veröffentlicht werden und seien jetzt schon zur Lektüre sehr empfohlen.

Wer mehr Material zum Thema Palliative Care finden möchte, dem sei auch die Seite der EUROPEAN ASSOCIATION FOR PALLITIVE CARE (EAPC) dringend empfohlen.

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