Unser Ziel ist eine gemeindenahe, menschenwürdige Pflege! Wodarg zu Besuch in Kropp
23.08.2009: Der Gesundheitspolitiker und langjährige Sprecher der Enquete-Kommission für Ethik und Recht der modernen Medizin Dr. Wolfgang Wodarg besuchte im Rahmen seiner Betriebspraktika die Stiftung Diakoniewerk in Kropp.
Im Gespräch mit der Pflegedienstleiterin Frau Korinth und dem Geschäftsführer Thomas Tweer informierte sich Wodarg über die Personalsituation- und Entwicklung, die innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung, sowie die regionale Bedeutung des Unternehmens als Arbeitgeber. Mit ihren ca. 1000 Beschäftigten zählt die Stiftung Diakoniewerk mit ihren Zweigstellen und Tochterunternehmen zu einem großen Arbeitgeber der Region.
Wodarg engagiert sich als Internist und Sozialmediziner besonderes am Ausbau der gemeindenahen Pflege und hat sich deshalb im Bundestag für die Gründung der Initiative "Daheim statt Heim" stark gemacht. Er war bei seinem Besuch besonders an der Frage interessiert, wie sich ein großes Pflegeunternehmen auf diese Herausforderung einstellt. Gemeinsam mit Frau Korinth besuchte er deshalb das erst kürzlich eröffnete Haus Bethlehem und verbrachte viel Zeit mit intensiven Gesprächen mit Bewohnerinnen und Bewohnern und den professionellen Kräften des Hauses.
Wodarg im Gespräch mit der Pflegedienstleiterin Frau Korinth und dem Geschäftsführer Thomas Tweer
Informationen durch erfahrene Pflegekräfte auf Station
Wodarg von Bewohnerin freudestrahlend begrüßt
Angehörige und Besucher sind im Haus Bethlehem immer willkommen
Im Haus Bethlehem wird seit einigen Jahren eine neue Form der Sorge und Pflege für ältere Menschen angeboten, die dementiell oder gerontopsychiatrisch erkrankt sind. Hier leben die Bewohnerinnen und Bewohner in Hausgemeinschaften von rund 10 Personen zusammen. Diese Form der Unterbringung ermöglicht es, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen angemessen Rücksicht zu nehmen und so weit wie möglich auf die persönlichen Gewohnheiten der Heimbewohner einzugehen.
Im Haus Bethlehem findet das Zusammenleben im Wohn-, Ess- und Kochbereich der Gemeinschaft statt. In diesem "Miteinander" erleben auch ältere und demente Menschen die gewohnten Tagesabläufe und Aktivitäten wie Kochen, Essen, Waschen und Putzen. Sie können sich an den Arbeiten beteiligen oder einfach die Bewegungen, Geräusche und Gerüche als vertrautes Leben wahrnehmen.
Die Bewohner werden in vielfältiger Hinsicht eingebunden und haben Möglichkeiten, sich ihren Fähigkeiten und Kräften entsprechend einzubringen, sei es in der Töpfergruppe, bei der Pflege des Gartenbereichs oder der Mitwirkung an der hausinternen Zeitung. "Hier findet eine menschenwürdige Pflege statt, die ein Höchstmaß an pflegerischer Qualität und menschenwürdigem Älterwerden, auch in Krankheit und Pflegebedürftigkeit, ermöglicht", so Wodarg.
"Ich bin froh, dass wir mit dem Diakoniewerk auch einen Partner gerade für die wichtige Ausbildung in Pflegeberufen haben", sagte Wodarg. Positiv hob der Abgeordnete die Ansätze des Hauses hervor, die gesellschaftliche Teilhabe der Heimbewohner zu verstärken, wie dies beispielsweise im hauseigenen Friseursalon seit kurzem geschieht.
"Älterwerden ist ein Prozess, dem niemand von uns entgehen kann, den niemand in unserer Gesellschaft fürchten muss. Es gibt auch Vieles, was wir voneinander lernen können. Gemeinde und Diakonie sollten gegenseitige Offenheit weiter pflegen und durch geeignete Angebote die Grenzen zwischen Institution und Gemeindeleben weiter auflösen", riet der Fachpolitiker Wodarg und nannte das Ziel seiner politischen Bemühungen: "Wer Hilfe braucht, soll bei uns bleiben können und trotzdem professionell versorgt werden."
Nach der Besichtigung des ebenfalls zur Diakonie Kropp gehörigen psychiatrisch-neurologischen Krankenhauses ergab sich die Gelegenheit für Dr. Wodarg mit einer indischen Praktikantin zu sprechen, die derzeit eine Station ihres freiwilligen sozialen Jahres in der Diakoniestiftung absolviert.
Bei einem abschließenden Treffen mit dem theologischen Vorstand der Einrichtung, Pastor J. Engler, bedankte sich der Bundestagsabgeordnete für die gewonnenen Erfahrungen und bot politische Unterstützung für die gemeinsame Weiterentwicklung einer für Personal wie für Bedürftige gleichermaßen befriedigenden und menschenwürdigen Pflege und Sorge an.





