Politischer Filmabend - DER WEG DES GELDES (LET´S MAKE MONEY )

27.03.2009: Der monatliche politische Film mit anschließender Diskussion im UCI KINOWELT Flensburg mit Dr. Wolfgang Wodarg, Mitglied des Bundestages. Am Montag, den 20.4. ab 19:30 Uhr wird eine hochaktuelle Dokumentation von Erwin Wagenhofer über die Ursachen der weltweiten Finanzkrise gezeigt und anschließend auch über Wege aus der Krise diskutiert.

Brisanter könnte ein Thema zur Zeit kaum sein: Nach seinem Doku-Hit "We Feed The World - Essen global", in dem er die schleichende Industrialisierung der Nahrungsmittelherstellung entlarvte, machte Erwin Wagenhofer im Oktober 2008 die weltweite Finanzkrise zum Thema seiner neuen Dokumentation und bewies damit sicheres Gespür für die politischen Themen von "morgen". Die Art und Weise, wie immer abstrusere Finanzierungsmodelle entwickelt werden, um den Profit einiger weniger zu steigern, ist Kernpunkt seines Ansatzes. Im Irak wird Krieg um die Herrschaft über das flüssige Gold geführt, während riesige Baumwollplantagen in Afrika veröden und gigantische Hotelruinen an der spanischen Mittelmeerküste als wertlose Spekulationsobjekte verfallen. Wagenhofer bringt dies in Zusammenhang mit den großen Finanzzentralen der Welt, in denen letztlich von Herren im feinen Zwirn entschieden wird, was mit dem Euro des kleinen Mannes geschieht, damit die Reichen immer reicher und die Armen nur noch ärmer werden.

"Let’s make MONEY" folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird. Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert.

"Let´s make MONEY" zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest. Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Eintritt: Parkett: 5,50 € / Loge: 6,50 €

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken