Wodarg auf dem "Heißen Stuhl" bei den Selbstständigen

14.09.2009: Der Bund der Selbstständigen (BDS) ist Deutschlands ältester überparteilicher und mit 80 000 freiwilligen Mitgliedern größter branchenübergreifender Mittelstandsverband, der sich für den Erhalt eines leistungsfähigen und selbstständigen Mittelstands einsetzt und dabei keine Erwerbszwecke verfolgt. Der BDS Landesverband Schleswig-Holstein e. V. lud den Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg zum Gespräch ins Weiche Huus in Flensburg ein.

Die Landesvorsitzende des BDS Landesverband Schleswig Holstein e. V. Anke Nolte und der Geschäftsführer des BDS Kreisverband Flensburg für Stadt und Land Gernot W. Thomsen begrüßten Dr. Wolfgang Wodarg sehr herzlich und eröffneten das Gespräch zwischen dem gut vorbereiteten Moderator Ulrich Scholl, Dr. Wolfgang Wodarg und dem interessierten und fachkundigen Publikum.

"Ich finde Wettbewerb wichtig und gut, nur sollte er nicht zwischen den Krankenkassen stattfinden sondern zwischen den Leistungserbringern wie Pharmaunternehmen, Krankenhauskonzernen und Ärzteorganisationen!", stellte Dr. Wodarg gleich zu Beginn klar. Als Gesundheitsexperte kämpft er für eine solidarische Krankenversicherung. Wenn die Krankenkassen den Leistungserbringern geschlossen gegenübertreten würden, ergäben sich Vorteile für alle Versicherten. Angesprochen auf den Morbi-RSA (morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich), der neben dem amtlich festgelegten Einheitsbeitrag und dem Gesundheitsfond mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz in Kraft trat, antwortete Dr. Wodarg: "Die einzige Funktion des Morbi-RSA ist, die Nebenwirkungen des politisch installierten Kassenwettbewerbs unterhalb der politischen Schmerzgrenze zu halten."

Außerdem gleiche er für Kassen mit großer Versorgungslast in vielen Fällen erst bei fortgeschrittenen und damit kostenträchtigen Krankheitsbildern aus. Präventiv ansetzende Programme zahlten sich aber nicht sofort aus und werden deshalb erst einmal gekündigt.

Darin sieht Dr. Wodarg einen erheblichen Nachteil für die Versicherten, da Prävention viel Leid ersparen könne.

Unter reger Beteiligung aller Teilnehmer kamen im Laufe des Gesprächs die Steuerreform 2008 und weitere gesundheits- und sozialpolitische Themen wie die Situation von Pflegepersonal, das Hausarzt-Facharzt-Verhältnis, die Gesundheitskarte, die Beitragsbemessung und der Leistungskatalog der Krankenkassen zur Sprache und Dr. Wodarg verdeutlichte, dass er eine Bündelung der Krankenkassen auf Landesebene und eine regionale Strukturverantwortung als einen entscheidenden Schritt in Richtung einer solidarischen Krankenversicherung sieht.

Da bei dieser nur Gesundheitsthemen zur Sprache kommen sollten, bot der Abgeordnete an, beim nächsten Mal auch über andere interessante Aspekte seiner Arbeit in der Europa-, Außen-, und Entwicklungspolitik zu informieren.

Dr. Wodarg bedankte sich bei Frau Nolte, Herrn Thomsen und Herrn Scholl und allen Beteiligten für die freundliche Aufnahme und die lebhafte Diskussion mit dem Auditorium.

PRESSE-ECHO:

Flensburger Tageblatt vom 16.09.2009 (Seite 19)

Wahlbarometer mit Wodarg

Das Gesundheitssystem muss effizienter und regionaler werden, forderte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Wodarg auf dem Podium des zweiten BDS-Wahlbarometers. Gegenüber Mitgliedern und Gästen nahm er Stellung zu zentralen Fragen des Gesundheitssystems. Neben Leistungsfähigkeit und Wettbewerb, regionaler Versorgungsvernetzung und Elektronischer Gesundheitsakte wurde auch Populäres wie Homöopathie und Schweinegrippe mit dem interessierten Publikum erörtert. Das deutsche Gesundheitssystem hält Wodarg für eines der leistungsfähigsten der Welt - und dennoch aus volkswirtschaftlicher Sicht für ineffizient. „Wir bekommen alles, aber brauchen wir auch immer alles?“

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