"Wir wollen unseren Landarzt" - nicht nur im Fernsehen!
02.07.2009: Im Fernsehen ist er uns allen präsent: Seit 1986 flimmert der Landarzt in ganz Deutschland regelmäßig über die Bildschirme. Die Drehorte der Serie liegen bei uns im Norden zwischen Schlei und Förde. Was im Fernsehen so idyllisch dargestellt wird, ist in der Realität in Gefahr. Wie erhalten wir die hausärztliche Versorgung auch bei uns auf dem Lande? Zu einer Diskussion dieses Themas lädt die Friedrich-Ebert -Stiftung am 6. Juli, um 19 Uhr, nach Flensburg in die Diako ein.
Vergessen haben wir sie noch nicht, die Tante-Emma-Läden in fast jedem Dorf. Auch ältere Menschen konnten dort selbständig das einkaufen, was sie so täglich brauchten und gleich ein wenig Klönschnack dazu, als Beigabe sozusagen.
Die dörflichen Einzelhändler wurden verdrängt von den Supermärkten, den Ketten, die mit großen Parkplätzen in die nächste Stadt oder Kleinstadt locken. Wer kein Auto hat, muss sehen, wie er klarkommt.
Droht das Gleiche jetzt unseren Arztpraxen auf dem Lande?
Überlässt man das Gesundheitswesen -so wie es beim Einzelhandel gelaufen ist- dem Markt und dem Wettbewerb, so wird die Folge sein, dass viele kleine Arztpraxen schon bald verschwinden. Sie werden dann abgelöst von Klinik-Filialen und medizinischen Versorgungszentren unter der Regie einiger weniger Konzerne der Gesundheitsindustrie.
Doch unsere gesundheitliche Betreuung ist nicht das gleiche wie die Waren eines Supermarktes! Wir brauchen beständige, vertraute gesundheitliche Begleitung und -wenn nötig- Fürsorge. Wir wollen unseren Hausarzt/ unsere Hausärztin, die möglichst tags und -wenn es sein muss- auch nachts weiß, wo uns der Schuh drückt und ob und wie uns zu helfen ist.
Welche Möglichkeiten haben wir eine Industrialisierung und Anonymisierung der ärztlichen Betreuung, deren Rückzug aus der Fläche zu verhindern?
| Wir wollen unseren Landarzt nicht nur im Fernsehen! Es gibt Chancen ihn zu erhalten. Darüber wollen wir mit kompetenten Fachleuten und Ihnen
am 6. Juli 2009 um 19:00 im Fliednersaal der Diakonissenanstalt in Flensburg |
diskutieren.
Ich hoffe wir sehen uns.
Dr. Wolfgang Wodarg, MdB
In der Anlage finden Sie die Einladung als PDF-Dokument.





