Dänemark: Land der Elektromobilität - wann sind wir endlich so weit?

30.01.2009: Dänemark investiert rund 100 Millionen Euro in die Infrastruktur für Elektromobilität und macht damit entscheidende Schritte in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung. Wolfgang Wodarg wirbt dafür, dieses Projekt als europäisches Modell grenzüberschreitend auf Norddeutschland auszuweiten.

Vorbildliche Polizei in Lissabon, Portugal

In Dänemark bewegt sich was in die richtige Richtung. Nachdem Dänemark große Unternehmen verpflichtet hat, Nachhaltigkeits-Berichte zu erstellen, will man nun konkrete Schritte hin zu einer nachhaltigen Mobilität setzen. Anlass: die dänische Regierung hat hochgesteckte Ziele und will die CO2-Emissionen des Landes bis 2012 um 21 Prozent senken. Aktuell schöpft Dänemark bereits rund 20% seines Energiebedarfs aus Windenergie. Doch allein durch den Wechsel aller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu emissionsfreien Elektrofahrzeugen könnte Dänemark seine aktuellen Emissionen um 17 Prozent verringern. Deshalb gibt die dänische Regierung ihren Verbrauchern Anreize, abgasfreie Fahrzeuge zu kaufen, indem diese steuerfrei bleiben. Demgegenüber erhebt sie bis zu 180 Prozent Steuern beim Kauf von benzinbetriebenen Autos. Das kann man wahrhaftig als eine ökologische Verschrottungsprämie bezeichnen!

Vorangetrieben wird das Vorhaben von "Better Place", dem weltweit ersten Betreiber einer landesweiten Infrastruktur für Elektrofahrzeuge, und die DONG Energy: Sie haben rund 103 Millionen Euro (770 Millionen dänische Kronen) in Form von Kapital und Anleihen gesichert, um damit eine Infrastruktur für Elektrofahrzeuge aufzubauen. DONG Energy unterstützt Better Place bei der Implementierung der Infrastruktur und wird als Vorzugslieferant die erneuerbare Energie für den Betrieb des Netzwerks liefern. Damit schaffen Better Place und DONG die Voraussetzungen, bis 2011 einen Massenmarkt für Elektrofahrzeuge in Dänemark zu schaffen.

Ob auch bei uns bald ein Richtungswechsel hin zur elektrifizierten Mobilität stattfindet, bleibt abzuwarten. Mit dem kürzlich gefundenen Kompromiss zur Kfz-Steuer und Abwrackprämie, wurde erneut die Chance verpasst, dem Klimaschutz den Vorrang zu geben.

"Dänemark zeigt uns, wie die Zukunft der Mobilität aussieht", sagt der Flensburger Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg und schaut sehnsüchtig über die deutsch-dänische Grenze. Seine Versuche, Kooperationspartner im Norden Schleswig-Holsteins zu finden und so das dänische zu einem grenzüberschreitenden europäischen Modell werden zu lassen, wird er fortsetzen.

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