Kappelner Bürger gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit!

26.10.2008: Kappeln: Nachdem am Freitagabend bekannt wurde, dass die NPD eine Genehmigung erhalten hat, einen Stand in der Fußgängerzone Kappelns aufzustellen, haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger am Samstagmorgen gegen 10 Uhr spontan zusammengefunden, um durch eine Mahnwache friedlich zu zeigen, dass eine solche fremdenfeindliche Partei auch in Kappeln unerwünscht ist. Die friedlichen Demonstranten wurden nach einer halben Stunde durch eine gewalttätige Szene zwischen NPD und einer Gruppe von vermummten Schlägern geschockt.


Pressemitteilung
Kappeln: Nachdem am Freitagabend bekannt wurde, dass die NPD eine Genehmigung erhalten hat, einen Stand in der Fußgängerzone Kappelns aufzustellen, haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger am Samstagmorgen gegen 10 Uhr spontan zusammengefunden, um durch eine Mahnwache friedlich zu zeigen, dass eine solche fremdenfeindliche Partei auch in Kappeln unerwünscht ist.

Die friedlichen Demonstranten wurden nach einer halben Stunde durch eine gewalttätige Szene zwischen NPD und einer Gruppe von vermummten Schlägern geschockt.

Der Stand der NPD war provokanter Weise direkt vor dem Büro des Schlei-Boten aufgestellt worden.

Zur Mahnwache der NPD-Gegner gesellten sich spontan immer wieder zahlreiche Passanten. Viele kamen und bedankten sich für die Gegenaktion. An dieser friedlichen Mahnwache gegen NPD, Faschismus und Neonazis beteiligte sich unter anderen auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Wodarg, der diese Aktion, wie viele weitere SPD-Mitglieder aus Partei und Ratsversammlung, unterstützte.

Nach etwa einer halben Stunde stürmte eine Horde maskierter, schwarz gekleideter Männer auf den NPD-Stand zu, vernebelte die Szene mit einem Nebelwerfer, kippte deren Stand um und verschwand so schnell, wie sie gekommen war - bis auf einen.

Den konnte Hans-Jürgen Thomsen, der als einziger Polizist zu dieser Zeit vor Ort war, trotz heftiger Gegenwehr überwältigen und festnehmen. Sofort fingen einige NPD-Leute an, den friedlichen Demonstranten zu drohen und sie zu beschuldigen, sie hätten die Schlägertruppe bestellt. Daraufhin ging der Abgeordnete Dr. Wodarg an deren Stand, bekräftigte, dass die friedliche spontane Mahnwache diese unverschämte Unterstellung von sich weise, jede Form von nicht staatlicher Gewalt verurteile und dort stehe, um gegen die, leider von der Verwaltung genehmigte, fremdenfeindliche Aktion der NPD zu demonstrieren.

Da einer der Schläger festgenommen werden konnte, besteht die Chance, mehr über ihn und die Herkunft seiner brutalen Kumpanen zu ermitteln. Der Zwischenfall und seine Hintergründe müssen akribisch aufgeklärt werden.

Im weiteren Verlauf baute die NPD ihren Stand wieder auf, die Mahnwache aus Kappelner Bürgerinnen und Bürgern blieb vor Ort und die Polizei verstärkte ihre Präsenz - leider jedoch zu spät.

Besonders ärgerlich war, dass anschließend von der Polizei eine Pressemitteilung veröffentlicht wurde, in welcher der Stand der NPD als "Mahnwache" tituliert wurde. Wenn es in Kappeln eine Mahnwache gab, dann jene der Bürgerinnen und Bürger, die sich mutig und spontan gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Gewalt engagierten.

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